Was muss ich bei Arzneimittelwechselwirkungen, z.B. mit Antibiotika beachten?

Einige Arzneimittel können zum Verlust der Wirkung empfängnisverhütender Pillen oder zu unerwarteten Zwischenblutungen führen. Dazu gehören z.B. Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie und von Tuberkulose oder Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion oder anderer infektiöser Erkrankungen (z.B. zahlreiche Antibiotika) sowie das pflanzliche Mittel Johanniskraut.

Es gibt eine Reihe von Antibiotika, die die Wirksamkeit hormonaler Verhütungsmittel beeinflussen können. Viele ungewollte Schwangerschaften unter Anwendung einer Pille resultieren aus der gleichzeitigen Antibiotika-Anwendung. Bestimmte Antibiotika können die Aufnahme der Pillenwirkstoffe aus dem Magen-Darm-Trakt stören und/oder deren Abbau beschleunigen. Im Falle einer gleichzeitigen Behandlung mit Antibiotika wird deshalb allgemein empfohlen, für die Zeit der Behandlung sowie weitere 7 Tage danach (bei einigen Präparaten auch bis 28 Tage danach) zusätzlich zur Pille eine Barriere-Methode, z.B. ein Kondom, anzuwenden. Wenn diese 7 Tage in die übliche Pillenpause fallen, kann die Einnahme auch ohne Pause fortgesetzt werden, um die Zuverlässigkeit der Pille zu erhöhen.

Es gibt immer wieder Überlegungen, welche antibiotisch wirksamen Substanzen im Einzelnen Arzneimittelwechselwirkungen mit der Pille eingehen bzw. bei welchen Antibiotika man eventuell eine solche Wechselwirkung ausschließen kann. Doch ist der Wissensstand darüber nach wie vor gering und die Meinungen sind teilweise kontrovers.

Sicher ist, dass Penicillin und Penicillin-Derivate (z.B. Ampicillin, Amoxicillin u.a.) und Tetracycline (z.B. auch Minocyclin, Doxycyclin, Oxytetracyclin) zu einer möglichen Wirkungsabschwächung von Pillen-Präparaten führen. Bei Griseofulvin und Rifampicin kommt ein beschleunigter Abbau der Hormone in der Leber als zusätzlicher, die Wirkung vermindernder Effekt hinzu.

Bei vielen anderen Antibiotika, z.B. Metronidazol, Chloramphenicol oder Cephalosporinen, ist die Datenlage unbefriedigend. Für einige andere Wirkstoffe, z.B. Makrolid-Antibiotika (Clarithromycin), wurden angeblich Arzneimittelinteraktionen in Studien ausgeschlossen, doch ist man sich auch hier nicht mehr ganz sicher.

In Anbetracht der unbefriedigenden Datenlage und der teils widersprüchlichen Empfehlungen ist es ratsam, Pillen-Anwenderinnen bei gleichzeitiger Antibiotika-Einnahme nahezu ausnahmslos die zusätzliche Anwendung nichthormoneller Methoden für die Zeit der Anwendung und für bis zu 7 Tage danach zu empfehlen.

Um keine Fehler zu machen, ist es angebracht, bei Anwendung eines Antibiotikums oder anderer, die Wirksamkeit der Pille herabsetzender Arzneimittel das genaue Vorgehen mit Ärztin oder Arzt zu besprechen.

 weitere Fragen und Antworten zur Pille

Wie wirkt eigentlich die Pille?Ab wann besteht Empfängnisschutz? Bin ich auch in der 7-tägigen Pause geschützt?Ich habe vor kurzem mit der Pillen-Einnahme begonnen. Jetzt habe ich Zwischenblutungen. Muss ich mir Sorgen machen?Wieso wirken manche Pillen günstig auf Haut und Haare?Ich bin Sängerin. Kann ich mit einer Pille verhüten oder beeinflusst diese meine Stimme?Ich nehme die Pille. Kann ich auch mal die Blutung verschieben?Vermindern Erbrechen oder Durchfall die Sicherheit der Pille?Muss ich die Pille eigentlich genau auf die Stunde einnehmen?Ich habe immer Kopfschmerzen während der Einnahmepause. Soll ich die Pille wechseln?Ich fühle mich während meiner Tage immer unwohl. Muss ich wirklich in jedem Monat eine Blutung haben?Welche schwerwiegenden Nebenwirkungen wurden unter der Pille beobachtet?Wann darf ich die Pille nicht nehmen? (Gegenanzeigen)
 

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