Vermindern Erbrechen oder Durchfall die Sicherheit der Pille?
Die Wirkungsabschwächung der Pille bei Erbrechen oder schwerem Durchfall beruht - genau wie bei der vergessenen Einnahme - auf zu niedrigen Hormonspiegeln im Blut. Werden die Wirkstoffe der Pille erbrochen oder ausgeschieden, bevor sie ins Blut aufgenommen wurden, können sie natürlich nicht ausreichend wirken.
Das Vorgehen bei Erbrechen und schwerem Durchfall hängt stark von Dauer und Stärke der Erkrankung ab. Wird mehrmals oder längerandauernd erbrochen, z.B. bei einem Magen-Darm-Infekt oder einer Reise-Diarrhoe, sollte während der Erkrankung und weitere 7 Einnahmetage danach zusätzlich zur Pille eine Barriere-Methode, z.B. ein Kondom angewendet werden, da man in solchen Fällen davon ausgehen muss, dass die gesamte Magen-Darm-Flora massiv gestört und damit die Aufnahme ausreichender Mengen von Pillen-Wirkstoffen ins Blut behindert ist. Nach Normalisierung der Verdauungsfunktion und 7 Tagen korrekter Einnahme hat sich der Empfängnisschutz wieder neu aufgebaut.
Abweichend davon kann man beispielsweise bei einmaligem Erbrechen oder kurzzeitigem Durchfall kurz nach der Pillen-Einnahme einfach eine zusätzliche Tablette einnehmen, wodurch der Empfängnisschutz weiterhin besteht. Dabei sollte man davon ausgehen, dass die Aufnahme der Wirkstoffe aus dem Magen-Darm-Trakt innerhalb der ersten 3-4 Stunden nach der Einnahme erfolgt. Erbrechen bzw. Durchfall, die später als 4 Stunden nach der Einnahme erfolgen, müssen nicht mehr berücksichtigt werden, da die Pillen-Wirkstoffe zu diesem Zeitpunkt bereits ins Blut aufgenommen wurden.





