Ich fühle mich während meiner Tage immer unwohl. Muss ich wirklich in jedem Monat eine Blutung haben?
Eigentlich nicht, denn die Blutung unter Pillen-Anwendung hat nichts mit dem natürlichen Menstruationszyklus zu tun. Warum es dennoch alle 28 Tage zur Blutung kommt, hat eher historische Gründe. Während früher Schwangerschaften, Stillzeiten und daraus resultierende langjährige blutungsfreie Intervalle das Leben der Frauen bestimmten, galten im letzten Jahrhundert auf Grund abnehmender Kinderzahlen zunehmend regelmäßige 28-tägige Menstruationszyklen als normal bzw. natürlich. Deshalb orientierten sich die ersten Entwicklungen auf dem Gebiet der hormonalen Empfängnisverhütung in den 50er bzw. 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, die bis heute im Großen und Ganzen nicht verlassen wurden, an diesen regelmäßigen Menstruationszyklen der Neuzeit.
Der 28-tägige Menstruationszyklus wird durch die 21-tägige Pillen-Einnahme mit anschließendem 7-tägigen einnahmefreien Intervall, in dem es durch den raschen Hormonabfall zwischen dem 2. und 4. einnahmefreien Tag zur sogenannten Hormonentzugsblutung kommt, lediglich imitiert. Genau so gut hätte bei der Entwicklung der ersten Pillen-Präparate aber jedes andere Einnahmeregime gewählt oder von vornherein auf jegliche Blutungen verzichtet werden können, denn es besteht keine Notwendigkeit für regelmäßige Blutungen. Unter Anwendung einer Pille sind monatliche Blutungen kein Hinweis auf Fruchtbarkeit und Gesundheit der Anwenderin. Der Zyklus ist künstlich und seine Länge wird einzig und allein durch die Zahl der eingenommenen Dragees bestimmt.
Sie sollten mit Ihrem Arzt sprechen, wenn Sie nicht mehr monatlich, sondern z.B. lieber nur einmal im Quartal Blutung möchten. Er wird mit Ihnen gemeinsam besprechen, ob dies in Ihrem Fall möglich ist und Ihnen ein geeignetes Präparat empfehlen.





